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    Geschichten über Familie & Laufsport

    Zu Weihnachten suchen viele nach Frieden und Besin Zu Weihnachten suchen viele nach Frieden und Besinnlichkeit. Auch bei uns wird gesucht. Das Handy unserer Tochter, oder ihre Schlüssel, oder ihr Mathe-Buch ...

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    "... denn Maria war schwanger und Josef, ihr Mann, "... denn Maria war schwanger und Josef, ihr Mann, wusste nicht wie ihm geschah, hatte er doch die Jungfräulichkeit Marias stets bewahrt. Um Geld zu sparen, planten sie eine Heimgeburt. Zudem war Maria schon immer am Puls der Zeit und Heimgeburten waren gerade hip..."

#weihnachtsgeschichte2025
    Es geht wieder los... #grippe #grippezeit Es geht wieder los... #grippe #grippezeit
    Seit Wochen wirbt unsere Tageszeitung für die Verl Seit Wochen wirbt unsere Tageszeitung für die Verleihung des Primus-Awards – ein Preis, der an Unternehmer für besondere Leistungen verliehen wird. Die Gewinner erhalten eine Trophäe, die aussieht wie ein Penis.

Gestern wurde der Penis im Rahmen einer großen Gala überreicht. Die Zeitung ist euphorisiert, auf mehreren Seiten feiert sie die Preisträger. Meine Frau teilt die Begeisterung nicht:„Seit Wochen ist dieser Penis in der Zeitung. Die Mädels haben schon gefragt warum der immer da drin ist“. Sie hält mir die Zeitung mit dem Penispokal vor die Nase und sagt: „Jetzt sieh dir bitte diesen Bericht an. Auf dieser Doppelseite hier sind ausschließlich Männer!“. Ich werfe einen kurzen Blick darauf und weise sie auf eine Frau hin, die auf einem Foto inmitten von Männern steht. „Das ist die Moderatorin!“, sagt sie „jung, hübsch, blond, damit die Männer was zu glotzen haben.“

„Ach, mach doch nicht so ein Theater. Ich bin mir sicher, die haben den Preis nicht bewusst so gestaltet“, antworte ich. „HA! Jetzt sieh dir das Ding mal an. Noch eindeutiger gehts wohl nicht! Und stell dir vor du kriegst so ein Ungetüm überreicht! Wie greift man den bitte an?“

„Ok, gut“, entgegne ich „aber das haben die bestimmt nicht böse gemeint. Sieh dir mal die Preisträger an, fast alles alte Männer. Wenns da im Bett nicht mehr so läuft, freuen die sich über so einen Preis.“ 
Den Einwand lässt meine Frau nicht gelten. Sie macht ein Foto vom Zeitungsbericht und bereitet eine Insta-Story vor. Sie schreibt: „Jeden Tag aufs Neue frage ich mich, warum hier ein Penis als Preis vergeben wird?! Dabei haben die Männer, die hier alle so schön einheitlich abgebildet sind eh alle selber einen. Wäre eine Vulva nicht besser?“.

„Bitte poste das nicht“, sage ich. „Das sind lauter angesehene, ehrenhafte Männer. Die haben viel geleistet, für die ganze Region. Die Leute werden das nicht verstehen, sie werden uns mit schiefen Blicken anschauen, sie werden kommen und uns Penisse an die Tür schmieren“. Meine Sorgen waren ihr egal, sie hats dann doch gepostet. Wollte nur klarstellen – ich hab nix damit zu tun, bin ein großer Freund von Penissen, würde mir auch sofort selbst eine Penistrophäe ins Regal stellen.
    Meine große Tochter liebt scharfes Essen. Anlässli Meine große Tochter liebt scharfes Essen. Anlässlich ihres letzten Geburtstags wünschte sie sich ein Familiendinner im Thai-Restaurant. Ich habe einen zarten Gaumen und von Thai-Küche keine Ahnung, aber ich liebe meine Tochter, also begaben wir uns auf kulinarische Abenteuerreise nach Fernost. Neben den Gerichten auf der Speisekarte waren viele kleine Chilischoten abgebildet. Ich suchte mir etwas Mildes aus. Das Gericht Nr. 81, „Pad Thai Gai“, war nur mit einer halben Schote versehen, das sollte  machbar sein. Voll freudiger Erwartung nahm ich einen ersten Bissen. Innerhalb von Sekunden verwandelte sich meine Mundhöhle in ein Inferno. Eine Feuersäule brannte sich meinen Rachen und Hals hinunter bis in den Magen und von dort weiter durch die Beine, direkt in den Boden, hin zum Erdkern bis ins glühend heiße Magma. Aus meinen Ohren schoss Rauch. Man muss mir den Kampf gegen die Feuersbrunst angesehen haben, denn meine Frau fragte besorgt: „Ist es zu scharf?“. „Nein, nein, allef beftenf, ef geht fon“, hauchte ich.
Wir aßen weiter. Schweiß tropfte von meiner Stirn. Ich riss mir das Hemd vom Leib und versuchte das Feuer mit Reis zu mildern, doch es half nicht. „Ich muff mal auff Klo“, sagte ich schließlich und stürzte hinaus. Am Klo klatschte ich mir kaltes Wasser ins Gesicht und wischte mir den Schweiß mit Klopapier aus dem Gesicht. 
Zurück am Tisch, musste ich mir eingestehen: Ich konnte das nicht aufessen! Nicht ohne innere Verletzungen zu erleiden. Ich musste mich also würdevoll aus der Affäre ziehen. „Da ist dem Koch wohl die Chilidose ins Essen gefallen“, flüsterte ich Frau und Töchtern zu. „Ach, Papa, mach doch nicht so ein Theater! Ist bestimmt nicht so schlimm“, antwortete meine große Tochter. Sie schnappte sich die Stäbchen und kostete von meinem Teller. „Schmeckt doch super“, sagte sie und gab auch meiner Frau und ihrer Schwester zu kosten. Niemand schien ein Problem mit dem glühenden Lavastrom zu haben, der direkt aus Luzifers Kochtopf zu stammen schien. Sie verspeisten alles mit Genuss. Am Heimweg knurrte mein Magen. Ich war hungrig, also hielten wir beim Würstlstand, wo ich mir ein anständiges Männer-Mahl gönnte: einen Hot Dog und ein großes Glas Milch.
    Meine große Tochter ist zwölf Jahre alt geworden. Meine große Tochter ist zwölf Jahre alt geworden. Zwölf Jahre, in welchen sie ihren Wortschatz und ihre Sprachkompetenz stetig weiterentwickelt hat. Sie spricht Laute korrekt aus, besitzt fundierte Kenntnisse des Satzbaus und hat die Fähigkeit nachvollziehbar über komplexe Sachverhalte zu sprechen.
Irgendwann in den letzten Monaten scheinen diese Fähigkeiten verloren gegangen zu sein. Ihre Kommunikation ist seitdem rudimentär, oft verwendet sie keine Worte, sondern lediglich Silben: „Hmpf“, „Bääh“, oder „Maah“ sind die einzigen Laute, die wir tagelang zu hören bekommen. 

Geht es um elementare Bedürfnisse erwachen verschüttete Grundkenntnisse und es kommen ihr mitunter ganze Worte oder kurze Sätze über die Lippen: „Hunger!“, „Ich will nicht“, „Wir brauchen Süßigkeiten“ oder „Geh weg!“ gehören zum Standardrepertoire.

Wenn ich versuche ein Gespräch in Gang zu bringen und frage wie sie das neue Album von Nina Chuba findet, denn ich weiß, dass sie Nina Chuba verehrt, alle Lieder auswendig kennt, sich wie ihr Idol lange, dünne Zöpfe flechtet und dass sie problemlos den kompletten Werdegang Nina Chubas vortragen könnte, vor einem Jahr hat sie das jedenfalls getan, wenn ich also die Frage stelle, dann antwortet sie: „Gut“. 
Wenn ich dann nachfrage, ob sie denn glaubt, dass die neue Singleauskoppelung „Malediven“ ein genauso großer Hit wird, wie „Wildberry Lillet“, antwortet sie: „Kann sein.“ 
Lasse ich dann immer noch nicht locker und frage, ob sie nicht findet, dass Nina Chuba mit dem neuen Song „Fucked Up“ die Verletzlichkeit des letzten Albums hinter sich gelassen und zu einer neuen, erwachsenen Selbstsicherheit gefunden hat, sagt sie: „Lass mich in Ruhe!“.

Vielleicht darf ich ihre Einsilbigkeit nicht überbewerten. In einer Zeit wo die Jugend oft zu Phrasendreschern und Selbstdarstellern erzogen wird und Glanz und Glitter wichtiger sind als Inhalte, sind Zurückhaltung und Reserviertheit Tugenden. Zur Selbstdarstellung unbegabte Menschen sind oft intelligenter. Sie denken nach, bevor sie sprechen. In fünf, sechs Jahren Pubertät hat meine Tochter nun ausgiebig Zeit zum Nachdenken. Ich freue mich schon jetzt auf Unterhaltungen voller Esprit und Lebensweisheiten.
    Seit einiger Zeit dominieren unsere Familie Gesprä Seit einiger Zeit dominieren unsere Familie Gespräche rund um Handys und deren Nutzung. Die Töchter fordern beharrlich die uneingeschränkte Freischaltung von YouTube, Google und Co. Wir  versuchen dem überbordenden Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Es ist ein biblischer Kampf. Ein Rocky-Balboa-Kampf mit unendlich vielen Runden und unsäglichen Anstrengungen. Unsere Deckung: Die Beschränkung der Handyzeit auf eine Stunde bei der großen Tochter und 15 Minuten bei der kleinen. Als Angriffshaken der Töchter bekommen wir die Forderung nach mehr Handyzeit, wie ein Mantra, mitunter im Minutentakt, um die Ohren gehauen. Wenn einer von uns, paralysiert vom permanenten Kindermantra, zu Boden geht und 5 Minuten Extrazeit freigibt, wissen wir, dass wir den Kampf vorerst verloren haben. Denn: Nur einmal zu Boden gehen nährt das Mantra und hat unzählige weitere Forderungen zur Folge.

Bleiben wir standhaft, versuchen uns die Mädchen mit sachlicher Logik niederzustrecken. Besonders beliebtes Argument: „Papa, in meiner Klasse hat NIEMAND Handyzeit! Ich bin die EINZIGE!“. Hilft auch Logik nicht weiter, werden sie kreativ. Letztens sprach die große Tochter voller Sorge: „Papa, wenn ich nicht mehr Handyzeit kriege, geht’s mir wie Justin Bieber!“. Auf meine Nachfrage was denn bitte mit Justin Bieber geschehen sei, antwortete sie: „Der hat Drogen gebraucht, um weiterzumachen!“.

Neben der Handynutzung geht es neuerdings auch um die Gerätewahl. „Digga! In meiner Klasse haben fast alle ein iPhone17 – ich will das auch, das ist vieeel cooler als mein cringes Vivo!“, erklärte meine Große letztens. Ich gab zur Antwort: „Tochter! Dies Gerät kostet über 1000 Taler. Wenn eine Dirne von elf Lenzen ein wertvolleres Telefon besitzt als ihr Vater, ist das wider die natürliche, göttliche Ordnung. Wenn Kinder heute solch teure Handys ihr Eigen nennen, erscheinen morgen vier dunkle Reiter am Firmament, Schweine werden tot vom Himmel stürzen, Flüsse werden das Blut Jesu’ führen und Jungfrauen werden Bärte sprießen, länger als der Knecht Ruprechts.“. Die Tochter erwiderte: „Diese Dinge bin ich gewillt in Kauf zu nehmen, ehrwürdiger Vater, wenn du mir nur 1000 Taler für dies edle Gerät versprichst."
    Briefe aus dem Urlaub - Fuerteventura An der West Briefe aus dem Urlaub - Fuerteventura

An der Westküste, am Strand von La Pared, sind die Wellen groß. Unser Surflehrer Theo ist hingegen klein, aber ein begnadeter Surfer. 

Seine feinen Gesichtszüge ziert ein blonder, struppiger Schnauzer und auf dem Kopf trägt er die Haare wie kurzgeschorenes Stroh. Er sieht aus wie ein Versicherungsmakler aus Wanne-Eickel oder ein Fahrkartenverkäufer aus Bottrop und schult uns in fließendem Deutsch ein. „Meine Mama ist aus Deutschland. Französisch geht auch, Papa ist aus Frankreich – geboren bin ich aber hier“, klärt uns Theo auf. 

Er führt uns zunächst theoretisch in die Welt des Surfens ein, erzählt uns wann man die Welle nehmen muss – weil wenn zu früh, bevor sie bricht, dann Waschmaschine. „Eine Runde in der Waschmaschine ist auch luschtig, hat aber nüschts mit Surfen zu tun“, sagt Theo. 

Im Laufe des Nachmittags drehen einige von uns ein paar lustige Runden in der Waschmaschine. Ich persönlich befinde mich sogar fast ausschließlich darin, werde von den Wellen verschluckt, herumgewirbelt und wieder ausgerotzt bis ich irgendwann kraft- und orientierungslos am Strand angeschwemmt werde und den Rest des Tages wie eine tote Qualle im Sand brate. Waschmaschine is easy, surfen braucht noch.

#surfen #waschmaschine
    Briefe aus dem Urlaub - Fuerteventura Die Damen Briefe aus dem Urlaub - Fuerteventura 

Die Damen wollen shoppen, also begeben wir uns in die Hauptstadt des Nordens: Corralejo. In den vielen China-Shops gibt es etwas für jeden Bedarf. In Plastikkörben und auf verrosteten Gittern werden Pokémon-Karten, Bandanas und Rubik-Würfel um 1 Euro angeboten. Für die feinen Leute gibt es teure Markenware. Fünf Euro muss man auf den fettigen Tresen legen, will man eine der Gucci-, Prada- oder Louis Vuitton-Handtaschen erstehen. Wenn man drei nimmt, begnügt sich der Eigentümer mit vier Euro pro Tasche. Für weitere Verhandlungen hat er keine Zeit, er bügelt gerade Nike- und Adidas-Logos auf einen Packen T-Shirts.

Auch ich werde fündig. Tierlieb, wie ich bin, und um sie vor dem Suppentopf zu retten, kaufe ich eine kleine Hündin. Die Rasse ist mir unbekannt, die Kinder taufen sie auf den Namen „Bella“. Sieben Euro kostet mich der Spaß - gut angelegtes Geld und viel hübscher als die 9 Handtaschen, die meine drei Damen mitnehmen.

#Urlaub #shoppen #tierliebe
    -"Mochts halt mal an Handstand." -"Ma, Papaaa, nit -"Mochts halt mal an Handstand."
-"Ma, Papaaa, nit schon wieder."
-"Kriegts dafür 2 Kugeln Eis."
-"O.K.!"
2019 - 2022 - 2023 - 2025 (v.l.n.r.)

#grancanaria #fuerteventura #holiday #family #beach #handstand
    Briefe aus dem Urlaub - Kantabrien In der Nähe vo Briefe aus dem Urlaub - Kantabrien

In der Nähe von Santander beziehen wir Quartier auf einem Campingplatz direkt am Meer. Hier gibt’s alles was das Kinderherz begehrt: Pool, Strand, Spielplatz und ein Eiskiosk. 
Wir treffen erstmals auch andere deutschsprachige Kinder. Lelu und ihre Brüder aus Berlin. Lelu ist 7 Jahre alt und freundet sich mit unseren Mädels an. 
Gemeinsam möchten sie in den Pool hüpfen, doch Lelu hat keinen Badeanzug, weil „schwimmen hatten wir nicht eingeplant“, erklärt der Vater. Der gute Mann stellt sich als Rolf vor. Rolf „macht in Datenanalyse“ und wirkt unheimlich ordentlich und aufgeräumt, der hat bestimmt nie Spinat zwischen den Zähnen, dem hängt hinten sicher auch niemals das Hemd aus der Hose. Der Rolf ist Datenanalyst. Das wird man nicht, indem man mit ungekämmten Haaren auf die Straße geht, oder im Billa vor der Wursttheke furzt. 
Gemeinsam mit seiner Frau und den drei Kindern ist er 6 Wochen in Nordspanien unterwegs. So viel Zeit brauche man, „um hier alle Sakralbauten und Friedhöfe des 18. Jahrhunderts zu besichtigen. Zum Schwimmen bleibt da keine Zeit“. Wir leihen Lelu einen Badeanzug. Sie strahlt uns mit Riesenaugen an und verbringt den Tag mit uns am Pool. Der Nichtschwimmer Rolf bugsiert derweil den Rest seiner Familie in den Familienvan und rauscht davon zum nächsten Friedhof.

#kantabrien #familienurlaub #nordspanien #datenanalyse
    Briefe aus dem Urlaub – das Baskenland Wir reisen Briefe aus dem Urlaub – das Baskenland

Wir reisen weiter, Richtung Bilbao. Auf einem kleinen Bauernhof beziehen wir eine Hütte, die einst als Ziegenstall diente und nun tumben Touristen auf Airbnb feilgeboten wird. Dem Ziegenbock des Hofes hat das noch niemand mitgeteilt, er kommt jeden Abend angetrabt und verspritzt in hohem Bogen Urin vor unserer Tür. Die Mädels beobachten das Schauspiel aus dem Fenster, das sie vorher sicherheitshalber zweifach verriegelt haben. Sobald der Bock sein Geschäft erledigt hat, eilt die Bäuerin heran und beschimpft den Bock lautstark auf baskisch. Vielleicht ruft sie aber auch: „Ja wo isser denn? Ja wo isser denn? Hast du ein bissi Lulu gemacht? Braaav! Ja, Recht hast du, zeigs den Touris nur, jaaa, zeigs ihnen!“, so genau weiß ich das nicht, ich kann kein baskisch. Jedenfalls leint sie den inkontinenten Bock dann an einen Avocadobaum, 50 Meter von unserem Stall entfernt. 
Ist der Bock sicher verwahrt, folgt der Auftritt der Hühner, die Mädels nennen sie Pinki und Stinki. Sie gackern heran, stellen sich vor die Tür und hinterlassen uns ein beeindruckendes Dutzend weiß-gräulicher Kothäufchen. Zu guter Letzt gibt sich Lur (baskisch: Erde), der zerzauste Hofhund, die Ehre. Dackelt entspannt vorbei, wälzt sich mehrmals durch die frisch gelegten Häufchen und verlangt dann Streicheleinheiten von uns. Wir sind etwas angeekelt von der wilden Fäkalienshow, aber die Faszination der Mädels wiegt schwerer. Es muss sich beim dargebotenen Spektakel wohl um ein baskisches Willkommens-Ritual handeln, von dem wir bislang nichts wussten.

#baskenland
    Briefe aus dem Urlaub – das Baskenland Mitten am Briefe aus dem Urlaub – das Baskenland

Mitten am Land, in Mxunitibar-Arbatzegi Gerrikaitz, beziehen wir ein kleines gemütliches Steinhaus. Die Vermieter sind sehr tierlieb, das Leben dort ist ein friedvolles Miteinander von Mensch und Vieh. 
Als ich auf der Couch liege und ein Buch lese, lugt eine Maus hinter dem Kissen hervor, unter der Terrassenbank hat sich eine Schlange ihr Nest gebaut und durch unseren Vorgarten hoppeln Babyhasen. Auch ein Esel, ein dreibeiniger Hund und Hühner gehören zur Grundausstattung. 
Täglich zum Sonnenaufgang um 5 kräht uns der Haushahn aus dem Schlaf. Das ist toll, weil so haben wir noch mehr vom Tag. Wir rollen uns also frisch und munter aus den Betten und holen uns frisch gelegte Eier aus dem Hühnerstall. Eines der Hühner muss farbenblind sein, denn es legt ausschließlich türkise Eier. Die Mädels machen daraus eine Eierspeis und verfüttern sie an den Hahn, weil sie selbst lieber die Eier aus dem Supermarkt essen.

#baskenland
    Briefe aus dem Urlaub – Das Baskenland Euskara – Briefe aus dem Urlaub – Das Baskenland

Euskara – so nennen die Basken ihre Sprache. Es ist die älteste Sprache Europas und wo sie herkommt, weiß niemand so genau. Linguisten stehen vor einem Rätsel und haben keinen Schimmer woraus sie sich entwickelt hat, ein Verwandtschaftsverhältnis zu anderen Sprachen existiert nicht. Geschätzte 750.000 Menschen sprechen die Sprache, fast alle davon leben im Baskenland und haben kräftige, gedehnte Zungen, denn das Baskische enthält viele iX, Zetts, Kas und CHs aber wenige A-E-I-O-Us. Unsere Kärntner Zungen sind dagegen weich und langsam, Konversationen mit den Einheimischen fallen uns schwer.

Als mich am Fischerhafen ein alter Baske mit zerfurchtem Gesicht fragt wo wir denn wohnen, versuche ich ihm den Ort unserer Unterkunft, „Mxunitibar-Arbatzegi Gerrikaitz“, mitzuteilen. Ich mache das sehr langsam und muss nach jedem Wort Luft holen. Der alte Kerl schüttelt den Kopf und brummt mit schroffer Käsereibenstimme unverständliche Worte in seinen borstigen Bart.

Der Basken Stimmen sind kehlig und rau, so wie das Meer, dem sie den Großteil ihrer Nahrung entnehmen. Egal was da treibt und schwimmt, sie stopfen es sich in ihre spröden Kehlen. Aale, Meeresschnecken, Kalmare in eigener Tinte und Kraken sind in der Bizkaia, im Golf vorm Baskenland, ihres Lebens nicht mehr sicher. Oktopusse mit meterlangen Armen liegen  in Supermärkten in riesigen Tiefkühltruhen und warten darauf verzehrt zu werden. Nur ein Oktopus nährt eine baskische Familie tagelang, das Tier hat acht Arme, neun Gehirne, drei Herzen und einen Schnabel. Es ist ein bemerkenswertes Tier, mindestens so außergewöhnlich wie z.B. das Schnabeltier. Dieses ist ein Säugetier, produziert aber Milch UND Eier. Es könnte quasi seinen eigenen Pudding zubereiten. Macht es nicht, könnte es aber.

#Baskisch #Baskenland
    Jedes Jahr im Frühsommer wird bei uns lautstark üb Jedes Jahr im Frühsommer wird bei uns lautstark über die nächsten möglichen Urlaubsorte diskutiert. Besonders unsere Töchter sind nie um Ideen verlegen. „Schloss Angeles ist voll cool. Ich will da hin!“, sagte die Kleine letztens. „Das heißt Los Angeles!“, verbesserte ich, woraufhin sie mit den Augen rollte und sagte: „Digga, Papa! Schloss Angeles ist aber viel cooler!“

OK. USA also. Amerikaner sind ja sehr enthusiastische Menschen. Sie haben permanent Gänsehaut vor lauter Begeisterung. Alles ist immer so absolutely awesome, great und amazing. Völlig Fremde erzählen einem auf der Straße wie freaking terrific sie nicht dein Outfit finden oder wie fantastic sie sich selbst gerade fühlen und überhaupt super great alles ist. Sie sind auch Meister des Small Talks. Woher man denn komme, wollen sie immer wissen. Also gibt man Europa als Herkunftsland an, Austria kennt ja keiner. „Europe? No kidding? Thats absolutely fantastic, really really awesome“, jauchzen sie dann und hüpfen im Kreis.

Nur ihr eigenes Land, Amerika, das ist nicht mehr great. Man muss es erst wieder great machen. MAGA – make America great again so Trumps Slogan. Eine die es great machen will, ist, neben dem vorbestraften Donald, Lauren Boebert.
Hätte Jesus damals genügend halbautomatische Sturmgewehre gehabt, hätte er sich seiner Verhaftung durch die Regierung widersetzen können und wäre nicht gekreuzigt worden, meint Frau Boebert.

Frau Boebert ist Abgeordnete und besitzt ein Restaurant namens Shooters Grill im kleinen Örtchen Rifle („Gewehr“) in Colorado, in dem auch alle Mitarbeiter Waffen tragen. Für den Frieden, wie sie sagt. 

Die USA sind ein faszinierendes Land! Vor lauter Euphorie haben sich schon meine Zehennägel eingerollt. Ich hab sofort 4 Tickets ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gebucht und meine Töchter mit Springmessern ausgestattet. Sobald wir uns dort auf den Weg nach Schloss Angeles machen, werden wir einen Zwischenstopp in Rifle, Colorado einlegen um diese Fakten zu überprüfen. Man kann ja nie wissen ob das vielleicht nur Fake News sind. Oder gar Alternative Facts?

Zum Foto: Weihnachten im Hause Boebert. Von Santa wünschen sich die Boeberts "more ammo" - für den Friede n!
    Seit einiger Zeit stehen drei Jungs aus der Nachba Seit einiger Zeit stehen drei Jungs aus der Nachbarschaft mehrmals die Woche mit ihren Rollern vorm Kinderzimmerfenster und klopfen Sturm. Wenn dann ich statt meiner Töchter das Fenster öffne, stehen sie da und schweigen peinlich berührt. Ihr Anliegen ist klar, es bedarf keiner Worte: sie wollen meine Töchter sehen, ihnen den Hof machen und ihnen zeigen was für Teufelskerle sie doch sind. Sie müssen das machen, sie sind ja zu dritt und ich hab nur zwei Töchter zur Auswahl.

Der Kleinste der Bande ist gleichzeitig der Älteste. Seine fehlende Größe kompensiert er durch halsbrecherischen Wagemut und eine große Klappe.

Ganz unvermittelt brüllt er Sachen wie „Olta, heit wird wieder voll hort gflext!“ und „Digga, mochts amol Plotz, i muass da aussekrochn!“. Woraufhin er im Höllentempo mit seinem Roller davonrast. Quer über die Straße, Tunnelblick, Verkehr links, rechts existiert nicht mehr, vom Schulterblick nie gehört. Die anderen zwei, weit weniger dynamisch, hecheln hinten nach. Einen Moment später stehen sie alle wieder da. Schweißnasse Haare, hochrote Köpfe. „Voll oag he! Hobts gsehn, wie knapp vorm SUV i über die Stroßn gfetzt bin? Haha!“, schreit der kleine Anführer.

Die Mädels haben nix gesehen, die hab ich zum HÜ machen geschickt. Normalerweise machen sie das nicht freiwillig, aber wenn die Jungs da sind, klappt das und sie nutzen jede Gelegenheit um den peinlichen Situationen zu entgehen. Das freut mich, aber ich weiß, dass das nicht ewig so bleiben wird. 

Die Jungs werden in ihren Avancen zielgerichteter und raffinierter werden. Mit den Jahren werden sie ausgeklügelte Strategien entwickeln um die Mädels zu verführen. Sie werden teure Autos kaufen und ihnen hinterher hupen. Sie werden von Baugerüsten herunter pfeifen, sich besaufen und ihnen an den Hintern grapschen. Das sind die besten Ideen, die wir Männer bisher hervorgebracht haben. Erstaunlicherweise bekommen manche von uns trotzdem hin und wieder eine ab.

#papablog #töchter #daddy
    Wollten gerade Urlaub auf einer Yacht buchen. Nur Wollten gerade Urlaub auf einer Yacht buchen. Nur ganz ohne kacken ist halt auch blöd. Das mit der Tasche finden wir aber eine gute Idee!
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#urlaub #gijon #yacht #kloprobleme
    Der Ehrgeiz ist bockig. Wie ein Esel. Er trägt uns Der Ehrgeiz ist bockig. Wie ein Esel. Er trägt uns zu den tollsten Erfolgen, nur um uns im nächsten Moment die Klippe runterzuschmeißen.

Meinen Esel hab ich Sepp getauft. Sepp will stets höher, schneller weiter. Er ist sehr fordernd und auch ein bisserl doof, hängt man ihm eine Karotte vor die Nase, läuft er bis in alle Ewigkeit hinterdrein. Trotzdem hat mich der Sepp bislang sicher und flott in jedes Ziel gebracht. Letzte Woche beim Wien Marathon, da hat’s der Sepp aber übertrieben, wollte zu viel. Hat die Grippe, die mich drei, vier Wochen vor dem Rennen niederstreckte, ignoriert und den armen, halbkranken Schatten meiner Selbst im Training angetrieben, statt ihn ruhen zu lassen.

Im Rennen war bei km 26 Schluss. Der Tank war leer, die Beine schwer. Wadenkrampf, überhöhter Puls, die teuren, federleichten Rennschuhe aus Nanotextil wie Betonpatschen an den Füßen. Energie raus, aus Maus. Das Unheil zeichnete sich bereits einige Kilometer zuvor ab, die Erkenntnis sickerte langsam ins Resthirn ein. Es hatte keinen Sinn mehr. Also machte ich Platz. Die anderen Marathonis hüpften an mir vorbei wie junge Rehe im Morgentau. „Aufgeben tut man Briefe“, blökte mir der Sepp ins Ohr, „wer nicht durchbeißt, ist nix wert“, raunte er. Sepp, du bist ein Depp, sagte ich ihm und fingerte in meinem Laufgurt zwischen den Energy Gels nach dem Handy um meine Frau anzurufen.

Nach dem Rennen schwirrte Tochter Lena um mich herum und übergoß mich mit Liebe, „Ach, Papa, du musst nicht traurig sein. Das macht doch nix, du hast ja uns“, fürsorglicher Strenge, „Ich hab’s dir doch gleich gesagt Papa, lauf doch nur den halben, wenn du dich nicht gut fühlst. Du musst auch mal auf mich hören!“, und ungeahnter Weisheit, „Ach, Papa, im Leben geht es nicht immer nur um Rekorde! Sei doch stolz, du hast auf deinen Körper gehört! Stell dir vor wenn du das nicht gemacht hättest und dir was passiert wäre!“.

Ich bin kein übertrieben sensibler Mann, weine nicht mal beim Fußball oder wenn das Bier aus ist. Aber mit diesen Mädels an der Seite ist das anders, da heulen sogar die härtesten Kerle vor Rührung Rotz und Wasser. 

👉 Link zur ungekürzten Story in der Bio

#vcm #viennacitymarathon #marathon
    Briefe aus dem Urlaub (4) Die kanarische Küche ist Briefe aus dem Urlaub (4)
Die kanarische Küche ist anders als zuhause, aber in den Restaurants nur in Nuancen vorhanden. Die kulinarische Anpassung an den britischen und deutschen Touristengeschmack ist allgegenwärtig. Nur wer die mehrsprachigen Speisekarten genauer studiert, findet neben Schnitzel, Pommes, Spaghetti und Pizza auch Raritäten und Kuriositäten.

In einem Steakhouse an der Strandpromenade finden wir z.B. „Erbrochene Spiegeleier mit Haltung aus Freiheit und paprikaworst“. Ein paar Meter weiter kommen „Geschmolzene Kanarienvögel mit jungfräuliches Olivenöl“ auf den Tisch und im Hafenlokal direkt neben unserer Unterkunft wird „Padron Paprika zerquetscht mit Schenkele-Schinken Bergbewohner“ kredenzt. Was wirklich hinter diesen Gerichten steckt, lässt sich nur erahnen. Abenteuerlustige bestellen und lassen sich überraschen.

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☀️🌴Alle Briefe aus dem Urlaub + Tipps und Empfehlungen für kommende Gran Canaria-Urlauber jetzt zum Nachlesen am Blog. Link in der Bio oder hier:
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https://www.runningdad.at/gran-canaria-4-briefe-aus-dem-urlaub/

#grancanaria #urlaub #puertodemogan
    Briefe aus dem Urlaub (3) Trotz der vielen Greise Briefe aus dem Urlaub (3)
Trotz der vielen Greise brodelt es früh abends an manchen Orten. Musiker ziehen mit Gitarren über die Strandpromenade bis ins Hafenviertel. Vor den Kneipen liegen achtlos weggeworfene Krücken und Rollatoren. Die Senioren geben auf ihrer letzten großen Party nochmal alles was sie haben. Das ist sehr nett, aber nicht immer. Deshalb entfliehen wir dem Trubel, einige hunderte Meter abseits der Promenade gibt es an der Kaimauer ein Fischrestaurant.

Hier sitzen wir direkt am Hafenbecken und bekommen fangfrischen Fisch auf den Tisch. Drei Meter neben uns sind vier junge Spanier mit ihren Angeln auf Fischfang. Es dauert nicht lange und es zappelt einer an der Leine. Tochter Lara sieht das, springt auf, brüllt vor Entsetzen und bricht in Tränen aus. Ihr Stuhl fällt mit lautem Scheppern um und ihre Jacke vom Stuhl ins Hafenbecken. Lara schluchzt und schnappt nach Luft. Ihr Blick rast zwischen Fisch und Jacke hin und her. Einer der Angler merkt das und reagiert prompt. Mit einer flüssigen Bewegung nimmt er den Fisch vom Haken, wirft ihn zurück, schnappt sich seinen Kescher und fischt Laras Jacke aus dem Wasser. Lara lacht. Den Fisch den wir für sie bestellt haben, isst sie nicht. Sie will jetzt Vegetarierin werden.

#angeln #grancanaria
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